Wie Wind und Wolken meinen Tag veränderten

Es waren einmal eine Hannoveranerin und ein Cagliaritaner, Familie und Freunde aus ganz Europa waren zur standesamtlichen Trauung nach Sardinien angereist. Die Wintersonne strahlte, die Stimmung war fantastisch, der anschließende Bootsausflug mit Wedding-Lunch an Bord gebucht. Und dann begann es zu regnen. Und zwar in Strömen.

Manche Dinge hat man bei einer Heirat einfach nicht im Griff, weil sie von höheren Mächten bestimmt werden. Mein Hochzeitswetter gehörte dazu. Ich habe am 22. Dezember geheiratet, denn in Cagliari ist es auch im Winter sonnig – zumindest war es das in den acht Jahren vor meiner Hochzeit. Deswegen glaubte ich auch den Wetterprogrammen nicht, die tags zuvor Nachrichten von einem anmarschierenden Tief prophezeiten.


Nach Regen kommt meist Sonne

Wie verkündet, regnete es am Tag meiner Hochzeit in Strömen. Als hätte jemand Fluttore geöffnet, rauschte das Wasser vom Himmel. In Gedanken lief ich durch das Boot, überlegte wie viele Gäste unter das Sonnendach an Deck passten und in welcher Ecke wir die Hochzeitstorte unterstellen könnten. Ich stand am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Da nahm mich mein Zukünftiger an die Hand und sagte: “Sposa bagnata, sposa fortunata” (nasse Braut, glückliche Braut). Was? Dieser in breiten Strömen über das Fensterglas laufende Regen sollte mir Glück bringen? Ich tat mich schwer damit. Es sollte wohl ein Tröstungsmanöver sein. Oder war an der alten Volksweisheit tatsächlich etwas dran?

Eine halbe Stunde vor der Trauung lichtete sich plötzlich der Himmel, die Sonne kam zum Vorschein und schickte ihre hellen Strahlen auf die Inselhauptstadt. Mein Auserwählter hatte kurzfristig eine wunderschöne Indoor-Location organisiert und selbst beim Fotoshooting an Bord unseres Ausflugsbootes spielte das Wetter mit. Was mich jedoch wirklich glücklich gemacht hat, war das Zwischenmenschliche, das kein großes Boot und keine Feier auf dem Meer brauchte. Es hat sich im Sprichwort offenbart und hat meinen Hochzeitstag mit Liebe und wunderschönen Erinnerungen gefüllt. Seitdem sage ich jedem, auch ungefragt: Regen hat mir Glück gebracht!

Für die Redensart “sposa bagnata, sposa fortunata” gibt es verschiedene Herleitungen:

Die romantischste ist: Ein kräftiger Regen soll nicht nur auf die Luft, sondern auch auf die Seele eine reinigende Wirkung haben – beste Voraussetzungen für eine glückliche Ehe!
Um das Sprichwort zu verstehen, braucht man aber auch nur an die Landwirtschaft zu denken. Regen ist den Bauern höchst willkommen, denn er bringt eine gute Ernte, Fruchtbarkeit und Wohlstand – Eigenschaften, die in früheren Zeiten eine gute Ehe ausmachten.

Sie wollen auf Sardinien heiraten und möchten auch bei Regen am großen Tag ein wundervolles Fest erleben? Dann schreiben Sie mir. Ich freue mich, Sie ein Stückchen auf dieser wunderbaren Reise zu begleiten, die Sie gemeinsam beschlossen haben anzutreten! Hier können Sie mich kontaktieren.